"Wir sind ein Team Deutschland", betonte Christina Beinhoff, Leiterin der Abteilung Kultur und Gesellschaft im Auswärtigen Amt. Sie begrüßte am 24. Februar die Fachberatungen sehr herzlich im Europasaal des Auswärtigen Amts in Berlin. Dort trafen sich die über 50 Fachberaterinnen und Fachberater für Deutsch der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) zu ihrer diesjährigen Fachtagung.
Besser kann man die Zugehörigkeit der Fachberatungen zur deutschen Auswärtigen Kultur und Bildungspolitik (AKBP) wohl nicht beschreiben. Die AKBP stehe für Freiheit, Sicherheit und Wohlstand. Dazu gehöre auch die strategische Ausrichtung der Förderung der deutschen Sprache. Die 56 ZfA-Fachberaterinnen und Fachberater für Deutsch verantworten in 65 Ländern das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz. Das DSD-Programm spielt eine Schlüsselrolle bei ihrer Tätigkeit, für ZfA-Leiterin Heike Toledo ist es "ein großes Erfolgsprogramm der Bund-Länder-Zusammenarbeit".
Bestes Bildungsprogramm für die Ukraine
Holger Seubert, Präsident des Bundesamtes für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA), zu dem die ZfA gehört, zeigte sich beeindruckt, was die Fachberatungen vor Ort leisten. Dazu gehöre auch, dass das DSD trotz den bisherigen vier Kriegsjahren in der Ukraine weiterhin durchgeführt werden konnte. Eine Videoeinspielung einer ukrainischen Deutschlehrerin vermittelte den Tagungsteilnehmenden sehr bewegende Eindrücke über die aktuellen schulischen Bedingungen während der permanenten Angriffe. “Das DSD ist das beste Bildungsprogramm, das die Ukraine im Moment hat“, resümierte die Ukrainerin.
Für die Vorsitzende des zentralen Ausschusses für das DSD, Uta Elisabeth Neumüller sind die Fachberatungen ein Stück Deutschland vor Ort. Sie seien es, die in den Ländern die Schülerinnen und Schüler motivieren, Deutsch zu lernen.
Die viertägige Tagung stand unter dem Motto "Das DSD-Programm zwischen politischen und fremdsprachendidaktischen Herausforderungen". Dieses Spannungsfeld erörterten Teilnehmende während einer Podiumsdiskussion ausführlich. Es diskutierten Anke Reiffenstuel, Beauftragte für Außenwissenschafts-, Bildungs- und Forschungspolitik im Auswärtigen Amt, Heike Toledo, Uta Elisabeth Neumüller und Fachberater für Deutsch in Warschau, Henning Christiansen unter der Moderation von Jörg Kassner, der in der ZfA des DSD verantwortet und mit seinem Team die Tagung organisiert hat.
Brauchen wir noch Lehrkräfte?
Zu den Aufgaben der Fachberatungen gehört es, einheimische und aus Deutschland vermittelte Lehrkräfte für das DSD fortzubilden. Doch werden Fremdsprachenlehrerinnen und -lehrer in Zeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) überhaupt noch gebraucht? In seiner Keynote „Not another AI love song? Was der Fremdsprachenunterricht neben Game Changern und Cutting Edge wirklich braucht", erörterte Prof. Dr. Thomas Strasser von der Pädagogischen Hochschule Wien genau diese Frage. Der Professor, der selbst auch als Fremdsprachenlehrer tätig war, nahm die Teilnehmenden mit in die spannende Welt der KI und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Fremdsprachenunterricht. Fazit der Forschung: „Wir brauchen noch Lehrkräfte!“ Das sehen natürlich auch die ZfA-Fachberaterinnen und -Fachberater für Deutsch, so! Entscheidend sei schließlich, wie und für was die KI eingesetzt werde.
Während der Tagung hatten einige Fachberatungen die Gelegenheit, MdB Stephan Mayer (CDU/CSU), Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und im Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik zu treffen. Sie konnten ihm einen Einblick in ihre Arbeit in vier verschiedenen Regionen weltweit geben und sich mit dem Abgeordneten dazu austauschen.
Vernetzung und Austausch
Neben vielen pädagogischen und administrativen Themen standen die Vernetzung und der Austausch untereinander im Fokus. Das erlebten alle Teilnehmenden insbesondere beim „Speed-Dating mit Kaffee“ auf dem letzten Tagungstag in Berlin: Vom Donau-Projekt und dem Deutschsprachigen Fachunterricht (DFU) über Studienberatung bis hin zur ZfA-Lernplattform gab es informative und stark gefragte Angebote für die Fachberaterinnen und Fachberater, zusammen mit der einen oder anderen Tasse Kaffee.
Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesamtes für Auswärtige Angelegenheiten betreut im Auftrag des Auswärtigen Amts als Schulaufsicht des Bundes unter Mitwirkung der Länder derzeit 135 Deutsche Auslandsschulen. Sie fördert die Schulen in finanzieller, personeller sowie pädagogischer Hinsicht und begleitet ihre qualitätsorientierte Schulentwicklung. Weiterhin betreut und fördert die ZfA 27 Deutsch-Profil-Schulen, nationale Schulen mit einem ausgeprägten deutschen Unterrichts- und Abschlussprofil, sowie rund 1.100 nationale Schulen, die zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz führen. Alle von der ZfA geförderten Schulen gehören zum Netzwerk der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH). Die ZfA berät bei der Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil, beim Aufbau des Deutschunterrichts in lokalen Schulen und bei der Einführung deutscher Schulziele nach internationalen Standards.